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Umstellung auf FSE nicht immer (einfach) möglich

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Bereits seit WordPress 5.9 auf meiner Agenda, fand ich vor kurzem das FSE Theme Lawsen bei ThemeZee, und holte es in eine Testinstallation, um es eventuell als Ausgangsbasis für das Full Site Editing dieses Blogs vorzusehen. Mittlerweile wurde die Umstellung vollzogen, und alle Bereiche dieses Blogs mit dem Block-Editor gestaltet.

FSE bedeutet „Full Site Editing“

Nicht nur Inhalte, auch die globalen Bestandteile einer Website wie Site-Header, Site-Footer, Sidebar (wenn man möchte), werden mit dem Gutenberg-Editor gestaltet. – Was mir in diesem Zusammenhang auffiel war, dass in einer Diskussionsgruppe rund um WordPress längst nicht alle die Konsequenzen der neuesten WordPress-Features mitbekommen hatten. Selbst Anbieter von WordPress-Leistungen gaben bei Fragen zu FSE den Tipp, doch mal einen Blick in den Customizer zu werfen…

Ja, man kann ein Navigationsmenü aussuchen, wenn man den entsprechenden Block im Template einsetzt. Aber neue Menüpunkte muss man im Block hinzufügen. Das Menü direkt zu bearbeiten hat keinen Effekt mehr.

Ja, man kann ein eigenständiges Kategorien-Template vorsehen, selbst wenn im Theme keine Vorlage (category.html) dafür ist. Nur muss man dann im Editor eine ganze Seite bauen, inkl. Container, Header, Footer, Abfrageloop, ggf. Sidebar…, während man ansonsten die bestehende Vorlage einfach anpasst.

FSE macht Websites schneller

Eine rein mit Gutenberg und Core-Blocks hingestellte Website kann die Performance günstig beeinflussen. Mein Blog war nach der Umstellung pro Aufruf gleich mal um 50 – 100 ms schneller als vorher, und da hatte ich bereits auf Performance geachtet.

Kein FSE ohne kompatibles Theme

Nur Block-Themes eröffnen den Zugang zum Full Site Editor, mit dem alle Bereiche der Website direkt über die visuelle Oberfläche gestaltet werden können. So genannte „Classic Themes“, zu denen auch solche zählen, die ich vor kurzem noch als „moderne Themes der neuen Generation“ betrachtet hatte, funktionieren weiterhin mit dem Customizer.

Mit FSE kann man direkt über den Editor eigene Templates und Template-Teile anlegen und gestalten. Aktuell entwickelt sich darum ein reger Markt, wo es letztlich nur wieder darum geht, möglichst viele Abonnenten die regelmäßige Zahlungen leisten, an sich zu binden.

Es sollte gut überdacht werden, worauf man sich einlässt. Ich habe in der Vergangenheit viel Geld für WordPress-Plugins und Themes ausgegeben. Nur einen kleinen Bruchteil davon setzte ich zumindest temporär im Wirkbetrieb ein. Letztlich musste ich allerdings darauf erkennen, dass ich besser dran bin, wenn ich überwiegend auf WordPress-Boardmittel setze. Diese funktionieren nachhaltig, und ich muss nie befürchten, dass es mir die ganze Website aufmischt, nur weil ich mal Lust auf ein neues Design habe, oder ich mit der Performance nicht mehr zufrieden bin.

WordPress ist Opensource und kostenlos

Wer technisch weniger versiert ist, und nicht so genau differenzieren kann, wo WordPress endet und das gekaufte / abonnierte Produkt beginnt, bleibt leicht in einer lange andauernden Abo-Beziehung hängen, in dem Glauben, das müsse so sein. NEIN. WordPress selbst ist nach wie vor Opensource und kostenlos! Man kann es mit kostenpflichtigen Plugins, Template-Sammlungen und Themes erweitern, MUSS das aber nicht. Mein Tipp ist daher, immer erstmal schauen, was man mit WordPress-Mitteln hinbekommt, bevor man sich von externen Ressourcen abhängig macht. – Selbst wenn sie kostenfrei sind, steht am Anfang einer neuen Entwicklung noch nicht fest, welche Angebote sich halten, und welche wieder in der Versenkung verschwinden (wie einst auch so mancher PageBuilder).

WordPress-Website-Betreiber, die FSE kennen oder gar anwenden, sind noch in der Minderzahl vor dem Hintergrund früherer eingesetzter Lösungen, die dieses Feature verbergen. Tausende freie und Premium-Themes lassen sich zugunsten der Abwärtskompatibilität nicht nachträglich auf FSE umstellen, sondern müssen auf dem „klassischen“ Weg bleiben. Sie werden auch weiterhin angeboten und verkauft.

Im ganz blöden Fall schlägt man sich noch mit aufgesetzten PageBuildern rum und hat bis heute nie einen Gutenberg-Block gesehen. Dasselbe gilt für Betreiber von Projekten, bei denen Gutenburg durch ein „Classic Editor“-Plugin abgeschaltet wurde.

Menübearbeitung, Widgets und Customizer ade – Willkommen Tempates

Eine Umstellung von einer klassischen Lösung auf FSE ist also keineswegs einfach so möglich. Selbst wer sich beim Verfassen seiner Inhalte bereits an den Blockeditor hielt, wird sich vorbereiten müssen. Wer noch klassische Widgets einsetzt, braucht einen Ersatz dafür in Blockform. Menüs zu verwalten ist nicht mehr erforderlich, auch das wird über Blöcke erledigt, denen ein neuer Menüpunkt einfach hinzugefügt werden kann (auch Untermenüs).

Design-Anpassungen werden in Ermangelung der Customizer-Vorschau praktisch im Live-Betrieb vorgenommen. Es empfiehlt sich daher, sich in einer Testumgebung mit dem Website-Editor zu befassen, und den Umgang damit zu üben, um die wesentlichen Handgriffe auf seiner Website dann möglichst schnell durchzuziehen.

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