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Bild von Károly Meyer auf Pixabay

Plugins von solchen Anbietern kaufe ich nicht

Heute erwog ich, ein Plugin zu kaufen – obwohl ich Abomodelle nicht so mag, mit wenigen Ausnahmen, die unerlässlich und dabei nicht überzogen teuer sind – und das sind wirklich nur eine Handvoll. Ansonsten hemmen mich regelmäßige Zahlungsverpflichtungen, solche Plugins ausgiebig zu verwenden, denn für je mehr Projekte sie Verwendung finden desto schwierigier wird es, sie zu ersetzen, findet man doch was besseres und das womöglich günstiger, oder frei.

Was mich vom Kauf nicht nur abhielt, sondern geradezu abschreckte, war nachfolgendes Statement.

If anyone promises you the lifetime support and updates, that is a lie. These companies usually release their updates several times in a year, or simply disappear once the sales of their plugin freeze.

Generell halte ich nichts davon, sein Erwerbsmodell damit zu rechtfertigen, dass man das Verdienstmodell anderer schlecht macht, denn was andere (nicht) haben, ist kein Argument für das eigene Produkt.

Die Behaupung ist nicht nur falsch, ich finde sie ungehörig. Eines der besten Plugins für WordPress, ACF, ist für einen einmaligen Preis auf Lebenszeit zu haben (noch dazu darf man es als Entwickler in Kundenprojekten verwenden).

Nicht selten gibt es auch Kombinationen von Jahres- und Lifetime-Lizenzen.

Manches profane Plugin das wenig Impact bietet, kostet pro Jahr deutlich mehr als das machtvolle Werkzeug ACF, an dessen Nutzwert kaum etwas heranreichen kann.

Mehr als 90% der Themes und Plugins für die ich eine Lifetime-Lizenz erwarb hätte ich nicht gekauft, wäre die Lizenz mit einem Abonnement verbunden gewesen. Einen Gutteil davon verwende ich heute zudem gar nicht mehr, wäre also auch als Abokunde ausgefallen.

Abomodelle haben sicher den Vorteil für den Anbieter, dass regelmäßig Geld reinkommt. Doch auch bei Lifetime kaufen ja nicht alle Kunden auf einmal, sondern über die Zeit.

Regelmäßig bezahlen nur Kunden, die zufrieden sind, und für die was sie immer wieder bezahlen müssen, wertvoll ist und bleibt. Die Regelmäßigkeit ist also nur Theorie – oder baut auf Bequemlichkeit (vielfach verlängert sich ein solche Abo automatisch, wenn das nicht gleich nach dem Kauf unterbunden wird, und schon ist das Geld für ein weiteres Jahr weg…).

Denn der Kunde kann sich ja jedes Jahr neu entscheiden. – Außerdem ist die Hemmschwelle, sich auf ein Abo einzulassen, wesentlich größer. Einmal kaufen – auf Lebenszeit – so ein Klick ist schnell gemacht. Einmal klicken und Jahr für Jahr zahlen zu müssen – das will wohl überlegt sein. Vor allem private Blogger werden sich das kaum ohne Not antun.

Zudem ist WordPress selbst Open Source und kostenlos für alle, dennoch wird seit vielen Jahren mit großem Einsatz daran entwickelt. Vor nicht all zu langer Zeit galt das übrigens auch für Themes und Plugins. Bei Drupal ist das heute noch so. Premium ist eine Entwicklung der letzten Jahre, die besonders WordPress stark betrifft. Ich mag nicht behaupten, dass sich die Codequalität damit verbesserte. Das Angebot wurde umfangreicher. Die Suche nach guten Lösungen damit letztlich aber schwierigier und zeitaufwendiger.

Diese Form der Abomodell-Rechfertigung lese ich bei “Premium”-Anbietern (noch dazu fast im gleichen Wortlaut) nicht zum ersten Mal. In diesem Fall kam sie von einem Anbeiter der auch noch in Aussicht stellt, dass mit zunehmenden Features der Preis seines Plugins steigen wird.

Wie viele Features braucht ein Plugin eigentlich noch, wenn es bereits jetzt (s)einen Preis wert sein soll?

Selbstverständlich muss ein WordPress Plugin (oder Theme) ständig weiterentwickelt werden. Gleichzeitig steigt aber auch seine Verbreitung, wenn es gut genug ist jedenfalls. Wofür also dann also gleich potentielle Kunden abschrecken?

Wer sich auf eines oder mehrere Abos einlässt, muss darauf vertrauen können, dass ihm die regelmäßigen Kosten nicht irgendwann zur Last werden.

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