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Die Aufhebung der Trennung von Funktionalität und Inhalten

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Premium steht im Zusammenhang mit WordPress-Komponenten in erster Linie für ein festes Kriterium: Das Produkt kostet Geld (in jedem anderen Fall lässt man besser die Finger von Premium-Produkten und Sites die sie anbieten). Manchmal ist es das was es kostet auch wert, oder sogar mehr als das, aber so etwas wie »Premium-Qualität« aus einem »Premium-Produkt« ableiten kann man nicht generell. Mit etwas Glück merkt man einen Fehlkauf früh genug und bekommt sein Geld zurück. Die Preise sind meist auch moderat, so dass man sich an der Stelle immerhin keinem unbilligen Risiko aussetzen muss. Was Fehlgriffe aber immer kosten, sind – Zeit.

»Tonnen von Optionen«, »Multizweck«, »viele Shortcodes«, »Page-Builder« – Verheißungen wie diese werden offenbar gerne genommen. Besonders Einsteiger lassen sich leicht hinreißen, weil Multizweck impliziert, dass dann auch ihrem eigenen gedient sein wird. Allerdings gilt das eben auch für Anwendungszwecke, die man selbst nie braucht. Da regionale Erfordernisse bei Massenprodukten hingegen keine Berücksichtigung finden können, ist dem eigenen Zweck bei eCommerce-affinen Produkten beispielsweise nicht immer zureichend entsprochen.

Was die Erfahrung mit Kunden solcher Anbieter zeigt ist, dass ein Teil mit den Einstellungen überfordert ist und nicht differenzieren kann zwischen dem was für seine Anforderungen sinnvoll ist oder dem, was nicht. Es fehlt – verständlicherweise – an Erfahrung die es braucht einschätzen zu können, was welche Einstellung bedeutet und bewirkt. Selbst ausführliche Dokumentationen können die Wissensdifferenz nicht immer überbrücken. Im blöden Fall bezahlt er jemanden dafür, der die Einstellungen vornimmt, oder ein Childtheme eines Premium-Themes anfertigt (oder gleich ein neues macht, weil es schneller geht, als durch ein komplexes oder gar vermurkstes Parent zu steigen).

Nicht immer fährt man daher mit der Individualisierung selbst billig gekaufter Komponenten günstiger als mit einer vornherein invidiuell geplanten und umgesetzten Lösung. Um Kosten nach Premiumkäufen nicht zu sehr in die Höhe gehen zu lassen ist an mancher Stelle Kompromissbereitschaft angeraten, denn manuelle Anpassungen kosten Zeit, und damit Geld.

Noch verzichtbarer als eine Menge Ballast für Eventualitäten jenseits des Brauchbaren finde ich allerdings spezielle Shortcodes, die Bestandteil mancher Themes sind, oder enthaltene Page Builder die auf Shortcodes basieren. Ein layouteingreifender Shortcode gehört nicht in ein Theme (allenfalls in ein Plugin), denn wendet man ihn an, nagelt einen das darauf fest. Das läuft dem Konzept eines CMS, Funktionalität von Inhalten zu trennen, entgegen.

Ein weiterer Nachteil Output über Shortcodes auszugeben ist, dass es wegen der automatischen Absatz- und Umbruchgenerierung in WordPress Fehler im Quellcode geben kann, wenn beispielsweise ganze Contentspalten in Shortcodes gefasst werden. Die Funktionalität Autoabsätze innerhalb von Shortcodes zu deaktivieren ist zwar vorhanden, funktioniert aber nicht unter allen Gegebenheiten.

Die konsequente Trennung von Funktionalität, Design und Inhalten erleichtert nicht nur die Pflege einer Site, sondern bewahrt Darstellungssicherheit und Skalierbarkeit des verwendeten CMS und die Freiheit, jeder Zeit aus einer Lizenzverlängerung auszusteigen und mit nur einem Klick in einem neuen Design vor die Welt zu treten.

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